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Bestattertagung Südwest 2018: Handeln, statt sich dem Wandel auszuliefern

Die (Bestatter-)Welt wird zunehmend komplizierter, weil die Ansprüche stark verändernden Bedürfnissen unterliegen – und sich das Geschäft vergleichsweise rasant verändert. Dies ist die zentrale Erkenntnis der 19. Südwestdeutschen Bestatterfachtagung im Landhotel Finkenrech in Eppelborn-Dirmingen.

Guter Besuch beim 19. südwestdeutschen Bestattertag

Die Veranstaltung routiniert, das Programm vielschichtig, der Zuspruch gut und der Erkenntnisgewinn hoch – so lässt sich ein schon traditionsreicher Branchentreff in seiner 19. Auflage auf den Punkt bringen. Was deshalb lohnt, ist das Suchen und Finden der Wissensessenz, die die fünf Vortragenden ihrem Publikum hinterlassen haben.

Verbandsgeschäftsführer und Gastgeber Michael Peter etwa hat von einer markanten Begebenheit zu berichten, die – wenn sie Schule machen würde – ein gewaltiges Branchenbeben auslösen würde: Im Köllertal hat sich dieser Tage jemand öffentlich damit gebrüstet, die Urne eines Verstorbenen im eigenen Garten stehen zu haben – eine nachweislich illegale Praxis, die zu vielen Nachfragen bei der Verbandsgeschäftsstelle geführt hat. Für Michael Peter ist das ein mit allen Mitteln zu bekämpfendes Unding: „Das dürfen wir keineswegs tolerieren!“ Als Anschauungsunterricht für die Blüten, die etwa der extrem freiheitliche Umgang mit Totenasche – etwa in den USA – treiben kann, hat der ehemaliger Filmkritiker der Saarbrücker Zeitung auch eine groteske Szene aus der Kultfilm-Komödie „The Big Lebowski“ aus dem Jahr 1998 von Ethan und Joel Coen in petto. Dort gibt es eine Szene, in der Hauptdarsteller Jeff Bridges mit John Goodman die Asche ihres verstorbenen Freundes in einer Keksdose deponieren und am Strand in alle Winde verstreuen lassen wollen. Leider stehen diese ungünstig und die beiden bekommen die sterblichen Überreste postwendend als Ascheregen ins Gesicht zurück…

Weit weniger spektakulär und grotesk sind hingegen die Verdienstmöglichkeiten für Bestatter mit dem neuartigen Glaskunst-Kolumbarium in der Alten Trauerhalle auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof. Uwe Kunzler, Geschäftsführer der Vereinigten Feuerbestattung Saar (VFS) und damit Eigentümer der formschönen Urnenwand in gut geheiztem Raum, zeigt sehr lukrative Verdienstmöglichkeiten für Bestatter auf, wenn Sie ihren Kunden das neue Glaskunst-Kolumbarium als letzte Ruhestätte empfehlen und/ oder sogar die Trauerfeier an Ort und Stelle machen. „Sie können hier mit einer pflegeextensiven Bestattungsart leicht gutes Geld verdienen und ihren Kunden gleichzeitig etwas Außergewöhnliches bieten“, sagt der VFS-Geschäftsführer an die aufmerksam zuhörenden Bestatter im Saal.

Diese werden danach mit deutlich schwerer Kost bedacht, muss doch die nächste Referentin, Natalie Wagner vom Standesamt Lebach, aus ihrer Praxis berichten, dass mittlerweile „fast jeder Totenschein fehlerhaft ausgestellt ist“, was mitunter zu gigantischem bürokratischen Mehraufwand führt, der fast immer auf (Zeit-)Kosten des Bestatters als dem beauftragten Dienstleister geht. „Ich fürchte, es geht nicht anders: Sie müssen sich darum kümmern, dass alles ordnungsgemäß ausgefüllt ist. Denn es kann nichts Schlimmeres für Sie geben, als dass wir bei den Angehörigen selbst nachfragen. Da stehen Sie in keinem guten Licht da.“ Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass es durchaus nicht unüblich ist, dass der damit verbundene zeitliche Mehraufwand den Hinterbliebenen in Rechnung gestellt werden kann. Summa summarum plädiert die Referentin dafür, frühzeitig dafür Sorge zu tragen, dass der Arzt möglichst keine Fehler beim Ausfüllen des so wichtigen Formulars Totenschein macht. Auch interessant, welch wertvolle Tipps Wagner zum Thema „Probleme des Bestatters bei Beurkundungen und deren Vermeidung“ geben kann. So geht sie neben der Erläuterung von Rechtsgrundlagen auch darauf ein, „welche Unterlagen für die Beurkundung von Sterbefällen seitens des Standesamtes benötigt werden“. An den Reaktionen im Saal lässt sich ablesen, dass hier manche Wissenslücke geschlossen werden konnte.

Danach wird die Brücke zwischen der zunehmenden Digitalisierung des Sterbens und analoger Erinnerungs-Unikate geschlagen. Mit launigen Worten fragt der Saarbrücker Marketingfachmann Volkmar Neumann: „He Alexa, was kostet ein Sarg?“ Der Geschäftsführer der „echtgut markeninszenierung GmbH“ aus Saarbrücken referiert zum Thema „Welchen Herausforderungen und aktuellen technischen Entwicklungen in der Kommunikation muss sich ein Bestattungsinstitut stellen?“. Zusammenfassend lässt sich sagen: Bestatter sollten dringend dafür sorgen, in der zunehmend digital funktionierenden Welt wahrnehmbar zu sein – mindestens durch eine aussagekräftige Website, vor allem aber auch durch sinnmachende und gezielte Social-Media-Aktivitäten. Neumann rät außerdem dringend, die eigene Angebotspalette zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen und zu erweitern – beispielsweise mit den neuen Erinnerungsbüchern von TENEAS Gedenkkultur, die Bestatter den Hinterbliebenen als exklusives Angebot anbieten können.

Diesem bewusst analogen Produkt steht zum Ende der Veranstaltung das Digitale entgegen. Daniel Jung, Fachanwalt für Erb- und Steuerrecht von der Kanzlei Halm & Preßer, steht Rede und Antwort zum Thema „Digitaler Nachlass“. Sein Fazit: „Sie sollten gewappnet sein und sich auch um den digitalen Nachlass von Verstorbenen kümmern. Aber bitte: Versuchen Sie sich nicht selbst bei diesem komplexen Thema, sondern beauftragen Sie einen spezialisierten Dienstleister – das ist gut und günstig.“ Stefan Kohl, Inhaber eines Saarbrücker Bestattungshauses, kann dem Referenten hier nur beipflichten: „Wir haben das jetzt schon öfter ausprobiert – und ich kann sagen, dass es hervorragend funktioniert.“ Ganz wie diese Veranstaltung in ihrer 19. Auflage. Fortsetzung folgt…

Mehr Infos:

Die Mitglieder der Bestatterinnung finden im Downloadbereich alle Vorträge als PDF-Datei!

www.feuerbestattung-saar.de

www.echtgut.de

www.teneas.de

www.halm-presser.de